«

»

Beitrag drucken

Neu­wahl oder nicht?

Die Greifs­wal­der Bür­ger­schaft tagt heute ab 18 Uhr im Rat­haus, um dar­über zu befin­den, ob die Wahl zum Ober­bür­ger­meis­ter Bestand hat oder eine andere Lösung gefun­den wer­den muss. Es kommt also auch eine Neu­wahl oder zumin­dest die Bil­dung eines Wahl­prü­fungs­aus­schus­ses in Betracht. Die Vor­lage, über die die Bür­ger­schafts­mit­glie­der heute abstim­men, fin­det man natür­lich im Rats­in­for­ma­ti­ons­sys­tem [1].

Als Pira­ten wer­den wir nach aktu­el­ler Infor­ma­ti­ons­lage gegen eine Neu­wahl stim­men und das fest­ge­stellte Wahl­er­geb­nis anerkennen.

Die Unre­gel­mä­ßig­kei­ten, die drei Greifs­wal­der Bür­ger bei der Wahl aus­ge­macht haben wol­len, hal­ten wir für nicht gewich­tig genug. Wir sind davon über­zeugt, dass das Wahl­er­geb­nis dadurch nicht grund­le­gend beein­flusst wurde.

Ins­be­son­dere geht es dabei um das Wahl­büro 93 »Betreu­tes Woh­nen«, das zeit­weise nicht über den aus­ge­schil­der­ten Ein­gang begeh­bar gewe­sen sein soll. Es spricht für uns jedoch eini­ges dage­gen, dass Bür­ger des­halb ihre Stimme nicht haben abge­ben können:

  • Es gab wei­tere, gut sicht­bare Eingänge.
  • Jeder hatte die Mög­lich­keit, sich durch Klop­fen oder Klin­geln bemerk­bar zu machen.
  • Es ist kein ein­zi­ger Bür­ger bekannt, der wegen der ver­sperr­ten Tür tat­säch­lich nicht wäh­len konnte.
  • Die Wahl­hel­fer selbst haben nicht gemerkt, dass es eine grö­ßere Pause gab, in der keine Wäh­ler mehr kamen.

Es ist aber auch rein rech­ne­risch kaum denk­bar, dass das Ergeb­nis ver­zerrt wurde. Zwar ist die­ses Wahl­lo­kal an den unter­le­ge­nen Jörg Hoch­heim gegan­gen, aber um 15 Stim­men auf­zu­ho­len, hät­ten ver­mut­lich sehr viel mehr Men­schen an der Wahl gehin­dert wor­den sein müssen.

Wir wagen eine Pro­gnose unter der Annahme, dass das Ver­hält­nis der Wäh­ler für beide Kan­di­da­ten kon­stant bleibt und sich auch keine zufäl­li­gen Häu­fun­gen erge­ben:
Das Ver­hält­nis zwi­schen bei­den Kan­di­da­ten lag bei etwa 6:4. Bei zehn Wäh­lern hätte Herr Hoch­heim also ver­mut­lich nur zwei Stim­men auf­ge­holt. Damit 15 Stim­men zusam­men­kom­men, hät­ten 75 Men­schen (45 x Hoch­heim, 30 x Fass­bin­der) zusätz­lich wäh­len gehen müs­sen. Es ist hoch­gra­dig unplau­si­bel, dass auch nur annäh­rend so viele Men­schen nicht den Weg zur Urne gefun­den haben.

[1] Tages­ord­nung der Bür­ger­schafts­sit­zung am 08. Juni 2015 - die Vor­lage fin­det sich unter 7.1.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://piraten-hgw.de/2015/06/neuwahl-oder-nicht/

2 Kommentare

  1. Matthias

    Bei euer Annahme habt ihr einen gro­ben Denk­feh­ler, denn ihr nehmt an, dass die Ver­tei­lung der Stim­men gleich­mä­ßig ist, was nicht der Rea­li­tät ent­spricht. Jede Wäh­ler­gruppe (vom Alter gese­hen) hat zumin­dest ten­den­zi­ell gewisse Zei­ten, in denen ihre Mit­glie­der zum Wahl­lo­kal gehen, nicht alle, aber der Groß­teil. Wenn diese nun bei der Wahl behin­dert wer­den, wirkt sich das im Ver­hält­nis viel stär­ker aus.

    1. joerg

      Hallo Mat­thias,

      das ist kein Denk­feh­ler son­dern eine Annahme, die wir auch text­lich so dar­ge­stellt haben.
      Uns ist klar, dass man die Frage nicht auf die letzte Stimme pro­gnos­tisch beant­wor­ten kann, es geht da eher um Grö­ßen­ord­nun­gen als um ein­zelne Stimme.

Kommentare sind deaktiviert.