Schlagwort-Archiv: NPD

Nazis zer­stö­ren und beschmie­ren rei­hen­weise Wahl­pla­kate der demo­kra­ti­schen Parteien

Plakat

In der Nacht von Sonn­tag zu Mon­tag, den 19. August kam es ent­lang der Wol­gas­ter Straße in Greifs­wald zu Zer­stö­run­gen und Beschmie­run­gen von Wahl­pla­ka­ten der demo­kra­ti­schen Par­teien. Betrof­fen sind Pla­kate der CDU, SPD, LINKEN, FDP sowie von den Grü­nen und der Pira­ten­par­tei. Abge­se­hen hat­ten es die Täte­rIn­nen, zwei Män­ner und eine Frau, auf alle Pla­kate der demo­kra­ti­schen Par­teien. Unbe­hel­ligt blie­ben ein­zig die Pla­kate der NPD, die jetzt ins­be­son­dere im Ost­see­vier­tel allein die Straße säu­men. Die gro­ßen Stell­wände von CDU, SPD, FDP und der LINKEN wur­den mit Paro­len und NPD-Aufklebern ver­un­stal­tet, wäh­rend die klei­nen Pla­kate vor­nehm­lich von SPD, der Pira­ten­par­tei, den Grü­nen und der Anti-Nazi-Kampagne von Storch Hei­nar („Nazis einen Vogel zei­gen“) her­un­ter­ge­ris­sen und zer­stört wur­den. Die LINKE kün­digte bereits an, Straf­an­zeige wegen Sach­be­schä­di­gung stel­len zu wol­len. Dass diese Anzeige end­lich ein­mal Erfolg haben könnte, ist eini­gen Augen­zeu­gen zu ver­dan­ken, die zufäl­lig des Weges kamen und die Täte­rIn­nen auf fri­scher Tat beob­ach­ten konn­ten. Es han­delt sich den Augen­zeu­gen zufolge um eine Frau und zwei Män­ner. Zwei der drei Betei­lig­ten sind als lokale Nazi­ka­der bekannt, wel­che in der Ver­gan­gen­heit schon häu­fi­ger wegen rechts­ra­di­ka­len Taten auf­fäl­lig wurden.

Pla­kate aller kon­kur­rie­ren­den Par­teien abrei­ßen und beschmie­ren, so dass ein­zig ihre Pla­kate hän­gen­blie­ben – wie­der ein­mal hat die NPD bzw. ihr Anhang bewie­sen, wie unde­mo­kra­tisch sie ist“, so Cor­ne­lia Schulze, Pres­se­spre­che­rin von Greifs­wald Nazi­frei. „Wir hof­fen, dass alle betrof­fe­nen Par­teien Anzei­gen wegen Sach­be­schä­di­gung auf­ge­ben und die Ermitt­lun­gen der Poli­zei Erfolg haben wer­den, damit die Täte­rIn­nen zur Ver­ant­wor­tung gezo­gen wer­den kön­nen“, führt Cor­ne­lia Schulze wei­ter aus.

Pres­se­mit­tei­lung und Bild von Greifs­wald Nazi­frei. Wir haben gleich­falls Anzeige erstattet.

 

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://piraten-hgw.de/2013/08/nazis-zerstoeren-und-beschmieren-reihenweise-wahlplakate-der-demokratischen-parteien/

13. Kreis­tags­sit­zung 22.04.2013 und »Lesen gegen Nazis«

Am 22.04.2013 fin­det um 16.00 Uhr die nächste Kreis­tags­sit­zung Vorpommern-Greifswald statt. Der Kreis­tag trifft sich hierzu im Greifs­wal­der Kai­ser­saal (Ankla­mer Straße 106). Die Tages­ord­nung mit den dazu­ge­hö­ri­gen Sit­zungs­do­ku­men­ten ist hier [1] auf­find­bar.
Wer nicht vor Ort sein kann, sollte auf die Mög­lich­keit zurück­grei­fen, die Sit­zung live [2] im Inter­net zu ver­fol­gen. Die vori­gen Sit­zun­gen kann man sich hier [3] anschauen. Wir bedau­ern sehr, dass die Öffent­lich­keits­ar­beit des Krei­ses auf diese guten Mög­lich­kei­ten, die Arbeit im Kreis­tag zu ver­fol­gen, nicht von sich aus hinweist.

Außer­dem wei­sen wir auf Fol­gen­des hin:

inviting...

Am 12. April 1933 pos­tu­lier­ten die dama­li­gen brau­nen Macht­ha­ber »12 The­sen wider den undeut­schen Geist«, die den Auf­takt für die im Mai statt­fin­den­den Bücher­ver­bren­nun­gen unlieb­sa­mer Schrift­stel­ler bil­de­ten. In einem ande­ren Zusam­men­hang, aber von huma­nis­ti­scher Klar­heit geprägt, schrieb bereits 1821 Hein­rich Heine in sei­ner Tra­gö­die Alman­sor: »Das war ein Vor­spiel nur, dort wo man Bücher ver­brennt, ver­brennt man auch am Ende Menschen.«

80 Jahre nach dem Macht­an­tritt der Natio­nal­so­zia­lis­ten, die unser Land in die größte Kata­stro­phe sei­ner Geschichte führ­ten, sitzt deren geis­tige Enkel­ge­ne­ra­tion in einem demo­kra­ti­schen Gre­mium und fällt ins­be­son­dere in Vorpommern-Greifswald durch dumpfe Aus­län­der­hetze und Sozi­al­neids­de­bat­ten auf.

Um gegen die­sen Zustand zu pro­tes­tie­ren und gleich­zei­tig an die Bücher­ver­bren­nung zu erin­nern, rufen wir gemein­sam mit ande­ren Demo­kra­ten [4] zu einer gemein­sa­men Lesung aus eben jenen Wer­ken auf.

Zeit: 22.04.2013 15:30 Uhr
Ort: Treppe am Thea­ter - ihr wer­det uns schon finden

Liste der ver­brann­ten Bücher

Einer der ers­ten Schrift­stel­ler, des­sen Werke dem Feuer zum Opfer fie­len, war Kurt Tucholsky, der schon 1930 schrieb:

 

Warning!

Deutsch­land erwache!

Daß sie ein Grab dir gra­ben,
daß sie mit Fürs­ten­geld
das Land ver­wil­dert haben,
daß Stadt um Stadt ver­fällt …
Sie wol­len den Bür­ger­krieg ent­fa­chen
(das soll­ten die Kom­mu­nis­ten mal machen!)
daß der Nazi dir einen Toten­kranz flicht:
Deutsch­land, siehst du das nicht?

Daß sie im Dun­kel nagen,
daß sie im Hel­len schrein;
daß sie an allen Tagen
Faschis­mus pro­phez­ein …
Für die Rich­ter haben sie nichts als Lachen
(das soll­ten die Kom­mu­nis­ten mal machen!)
daß der Nazi für die Aus­beu­ter ficht:
Deutsch­land, hörst du das nicht?

Daß sie in Waf­fen star­ren,
daß sie land­auf, landab
ihre Agen­ten kar­ren
im nim­mer­mü­den Trab …
Die Übungs­gra­na­ten kra­chen …
(das soll­ten die Kom­mu­nis­ten mal machen!)
daß der Nazi dein Todes­ur­teil spricht:
Deutsch­land, fühlst du das nicht?

Und es braust aus den Betrie­ben ein Chor
von Mil­lio­nen Arbei­ter­stim­men her­vor:
Wir wis­sen alles. Uns sper­ren sie ein.
Wir wis­sen alles. Uns läßt man bespein.
Wir wer­den auf­ge­löst. Und ver­bo­ten.
Wir zäh­len die Opfer; wir zäh­len die Toten.
Kein Minis­ter rührt sich, wenn Hit­ler spricht.
Für jene die Straße. Gegen uns das Reichs­ge­richt.
Wir sehen. Wir hören. Wir füh­len den kom­men­den Krach.
Und wenn Deutsch­land schläft:

Wir sind wach!

Kurt Tucholsky, Gesam­melte Werke Band 8, 1930, Ham­burg 1975, S. 107

 

[1] https://kreis-vg.ratsinfomanagement.net/tops/?__=LfyIfvCWq8SpBQj0MmyPaxCYv8Uv5UGJ
[2] http://www.kreis-vg.de/Landkreis/Kreistag/Kreistag-Live
[3] http://www.kreis-vg.de/Landkreis/Kreistag/Sendung-verpasst-
[4] http://blog.gruene-greifswald.de/2013/04/18/lesen-gegen-nazis/

Das Bild ist von chel­se­a­girl und steht unter der Lizenz CC BY 2.0 (Quelle: www.piqs.de).

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://piraten-hgw.de/2013/04/13-kreistagssitzung-22-04-2013-und-lesen-gegen-nazis/

Ras­sis­ten stoppen

Die Pira­ten­par­tei Vorpommern-Greifswald ruft dazu auf, am 23. März 2013 an den Pro­test­ak­tio­nen in Güs­trow gegen den geplan­ten Auf­marsch der NPD teil­zu­neh­men. Als Teil eines über­par­tei­li­chen Bünd­nis­ses betei­li­gen sich auch Pira­ten aus Mecklenburg-Vorpommern an den Pro­tes­ten, um den Anspruch demo­kra­ti­scher Kräfte auf den öffent­li­chen Raum zu bekräftigen.

Pira­ten ste­hen für eine Flücht­lings­po­li­tik, die Ver­folgte unter­stützt und diese inte­griert. Ein an der Men­schen­würde ori­en­tier­ter Umgang sollte selbst­ver­ständ­lich sein. Men­schen, die in Europa Zuflucht suchen, haben das Recht auf ein men­schen­wür­di­ges Leben, auf Bewe­gungs­frei­heit und die Teil­habe an der Arbeits­welt, an Bil­dung und Kul­tur. Das gilt bereits, wenn die Gründe der Flucht noch nicht aner­kannt sind. Es gilt auch, wenn eine Rück­kehr in das Her­kunfts­land nicht mög­lich ist.

Darum muss Ras­sis­mus und Aus­län­der­feind­lich­keit jeder Form ent­schie­den ent­ge­gen­ge­tre­ten wer­den, ebenso wie ande­ren For­men von grup­pen­be­zo­ge­ner Menschenfeindlichkeit.

Wei­ter­füh­rende Informationen:

http://rassistenstoppen.blogsport.eu/2013/03/12/aufruf/#more-306

http://blog.17vier.de/2013/03/16/npd-aufmarsch-in-gustrow-auch-aus-greifswald-fahren-busse-um-gegen-die-neonazis-zu-demonstrieren/

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://piraten-hgw.de/2013/03/rassisten-stoppen/

Nein sagen

Rondo

Man kann sicher geteil­ter Mei­nung dar­über sein, was der rich­tige Umgang mit Faschis­ten ist: Soll man sie igno­rie­ren oder aktiv bekämp­fen? Sie in Dis­kus­sio­nen argu­men­ta­tiv ins Abseits stel­len oder sie ein­fach aus­la­chen? Eines aber ist recht klar: Die eigene Frei­zeit würde man wohl kaum mit ihnen teilen.

Wie der Nord­ku­rier nun aber berich­tet, trin­ken CDU- und NPD-Vertreter in den Pau­sen der Stadt­ver­tre­ter­sit­zun­gen in Anklam schon seit Jah­ren zusam­men Kaffee:

Die CDU-Fraktion habe schon immer am größ­ten Tisch des Lokals geses­sen. Irgend­wann habe dann Michael And­re­jew­ski (NPD) gefragt, ob er sich auch an den Tisch set­zen dürfe. »Was wol­len sie da machen, wenn in einer öffent­li­chen Gast­stätte diese Frage gestellt wird?«

Wir haben da eine revo­lu­tio­näre Idee: »Nein« sagen!

Das Foto ist von herr.g und zeigt den Grund­stoff eines belieb­ten Heiß­ge­tränks, das sich über Afrika, Ara­bien und das Osma­ni­sche Reich bis nach Europa aus­ge­brei­tet hat. Das Foto steht unter der Lizenz CC BY-ND 2.0.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://piraten-hgw.de/2012/12/nein-sagen/

Nein sagen

Man kann sicher geteil­ter Mei­nung dar­über sein, was der rich­tige Umgang mit Faschis­ten ist:

Soll man sie igno­rie­ren oder aktiv bekämpfen?

Sie in Dis­kus­sio­nen argu­men­ta­tiv ins Abseits stel­len oder sie ein­fach auslachen?

Eines aber ist recht klar:

Die eigene Frei­zeit würde man wohl kaum mit ihnen teilen.

 

 

 

 

 

Wie der Nord­ku­rier nun aber berich­tet, trin­ken CDU- und NPD-Vertreter in den Pau­sen der Stadt­ver­tre­ter­sit­zun­gen in Anklam schon seit Jah­ren zusam­men Kaffee:

Die CDU-Fraktion habe schon immer am größ­ten Tisch des Lokals geses­sen. Irgend­wann habe dann Michael And­re­jew­ski (NPD) gefragt, ob er sich auch an den Tisch set­zen dürfe. »Was wol­len sie da machen, wenn in einer öffent­li­chen Gast­stätte diese Frage gestellt wird?«

 

Wir haben da eine revo­lu­tio­näre Idee: »Nein« sagen!

 

 

Das Foto ist von herr.g und zeigt den Grund­stoff eines belieb­ten Heiß­ge­tränks, das sich über Afrika, Ara­bien und das Osma­ni­sche Reich bis nach Europa aus­ge­brei­tet hat. Das Foto steht unter der Lizenz CC BY-ND 2.0.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://piraten-hgw.de/2012/12/nein-sagen-2/

Ältere Beiträge «