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13. Kreistagssitzung 22.04.2013 und »Lesen gegen Nazis«

Am 22.04.2013 findet um 16.00 Uhr die nächste Kreistagssitzung Vorpommern-Greifswald statt. Der Kreistag trifft sich hierzu im Greifswalder Kaisersaal (Anklamer Straße 106). Die Tagesordnung mit den dazugehörigen Sitzungsdokumenten ist hier [1] auffindbar.
Wer nicht vor Ort sein kann, sollte auf die Möglichkeit zurückgreifen, die Sitzung live [2] im Internet zu verfolgen. Die vorigen Sitzungen kann man sich hier [3] anschauen. Wir bedauern sehr, dass die Öffentlichkeitsarbeit des Kreises auf diese guten Möglichkeiten, die Arbeit im Kreistag zu verfolgen, nicht von sich aus hinweist.

Außerdem weisen wir auf Folgendes hin:

inviting...

Am 12. April 1933 postulierten die damaligen braunen Machthaber »12 Thesen wider den undeutschen Geist«, die den Auftakt für die im Mai stattfindenden Bücherverbrennungen unliebsamer Schriftsteller bildeten. In einem anderen Zusammenhang, aber von humanistischer Klarheit geprägt, schrieb bereits 1821 Heinrich Heine in seiner Tragödie Almansor: »Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.«

80 Jahre nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten, die unser Land in die größte Katastrophe seiner Geschichte führten, sitzt deren geistige Enkelgeneration in einem demokratischen Gremium und fällt insbesondere in Vorpommern-Greifswald durch dumpfe Ausländerhetze und Sozialneidsdebatten auf.

Um gegen diesen Zustand zu protestieren und gleichzeitig an die Bücherverbrennung zu erinnern, rufen wir gemeinsam mit anderen Demokraten [4] zu einer gemeinsamen Lesung aus eben jenen Werken auf.

Zeit: 22.04.2013 15:30 Uhr
Ort: Treppe am Theater – ihr werdet uns schon finden

Liste der verbrannten Bücher

Einer der ersten Schriftsteller, dessen Werke dem Feuer zum Opfer fielen, war Kurt Tucholsky, der schon 1930 schrieb:

 

Warning!

Deutschland erwache!

Daß sie ein Grab dir graben,
daß sie mit Fürstengeld
das Land verwildert haben,
daß Stadt um Stadt verfällt …
Sie wollen den Bürgerkrieg entfachen
(das sollten die Kommunisten mal machen!)
daß der Nazi dir einen Totenkranz flicht:
Deutschland, siehst du das nicht?

Daß sie im Dunkel nagen,
daß sie im Hellen schrein;
daß sie an allen Tagen
Faschismus prophezein …
Für die Richter haben sie nichts als Lachen
(das sollten die Kommunisten mal machen!)
daß der Nazi für die Ausbeuter ficht:
Deutschland, hörst du das nicht?

Daß sie in Waffen starren,
daß sie landauf, landab
ihre Agenten karren
im nimmermüden Trab …
Die Übungsgranaten krachen …
(das sollten die Kommunisten mal machen!)
daß der Nazi dein Todesurteil spricht:
Deutschland, fühlst du das nicht?

Und es braust aus den Betrieben ein Chor
von Millionen Arbeiterstimmen hervor:
Wir wissen alles. Uns sperren sie ein.
Wir wissen alles. Uns läßt man bespein.
Wir werden aufgelöst. Und verboten.
Wir zählen die Opfer; wir zählen die Toten.
Kein Minister rührt sich, wenn Hitler spricht.
Für jene die Straße. Gegen uns das Reichsgericht.
Wir sehen. Wir hören. Wir fühlen den kommenden Krach.
Und wenn Deutschland schläft:

Wir sind wach!

Kurt Tucholsky, Gesammelte Werke Band 8, 1930, Hamburg 1975, S. 107

 

[1] https://kreis-vg.ratsinfomanagement.net/tops/?__=LfyIfvCWq8SpBQj0MmyPaxCYv8Uv5UGJ
[2] http://www.kreis-vg.de/Landkreis/Kreistag/Kreistag-Live
[3] http://www.kreis-vg.de/Landkreis/Kreistag/Sendung-verpasst-
[4] http://blog.gruene-greifswald.de/2013/04/18/lesen-gegen-nazis/

Das Bild ist von chelseagirl und steht unter der Lizenz CC BY 2.0 (Quelle: www.piqs.de).

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Rassisten stoppen

Die Piratenpartei Vorpommern-Greifswald ruft dazu auf, am 23. März 2013 an den Protestaktionen in Güstrow gegen den geplanten Aufmarsch der NPD teilzunehmen. Als Teil eines überparteilichen Bündnisses beteiligen sich auch Piraten aus Mecklenburg-Vorpommern an den Protesten, um den Anspruch demokratischer Kräfte auf den öffentlichen Raum zu bekräftigen.

Piraten stehen für eine Flüchtlingspolitik, die Verfolgte unterstützt und diese integriert. Ein an der Menschenwürde orientierter Umgang sollte selbstverständlich sein. Menschen, die in Europa Zuflucht suchen, haben das Recht auf ein menschenwürdiges Leben, auf Bewegungsfreiheit und die Teilhabe an der Arbeitswelt, an Bildung und Kultur. Das gilt bereits, wenn die Gründe der Flucht noch nicht anerkannt sind. Es gilt auch, wenn eine Rückkehr in das Herkunftsland nicht möglich ist.

Darum muss Rassismus und Ausländerfeindlichkeit jeder Form entschieden entgegengetreten werden, ebenso wie anderen Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Weiterführende Informationen:

http://rassistenstoppen.blogsport.eu/2013/03/12/aufruf/#more-306

http://blog.17vier.de/2013/03/16/npd-aufmarsch-in-gustrow-auch-aus-greifswald-fahren-busse-um-gegen-die-neonazis-zu-demonstrieren/

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Nein sagen

Rondo

Man kann sicher geteilter Meinung darüber sein, was der richtige Umgang mit Faschisten ist: Soll man sie ignorieren oder aktiv bekämpfen? Sie in Diskussionen argumentativ ins Abseits stellen oder sie einfach auslachen? Eines aber ist recht klar: Die eigene Freizeit würde man wohl kaum mit ihnen teilen.

Wie der Nordkurier nun aber berichtet, trinken CDU- und NPD-Vertreter in den Pausen der Stadtvertretersitzungen in Anklam schon seit Jahren zusammen Kaffee:

Die CDU-Fraktion habe schon immer am größten Tisch des Lokals gesessen. Irgendwann habe dann Michael Andrejewski (NPD) gefragt, ob er sich auch an den Tisch setzen dürfe. »Was wollen sie da machen, wenn in einer öffentlichen Gaststätte diese Frage gestellt wird?«

Wir haben da eine revolutionäre Idee: »Nein« sagen!

Das Foto ist von herr.g und zeigt den Grundstoff eines beliebten Heißgetränks, das sich über Afrika, Arabien und das Osmanische Reich bis nach Europa ausgebreitet hat. Das Foto steht unter der Lizenz CC BY-ND 2.0.

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Nein sagen

Man kann sicher geteilter Meinung darüber sein, was der richtige Umgang mit Faschisten ist:

Soll man sie ignorieren oder aktiv bekämpfen?

Sie in Diskussionen argumentativ ins Abseits stellen oder sie einfach auslachen?

Eines aber ist recht klar:

Die eigene Freizeit würde man wohl kaum mit ihnen teilen.

 

 

 

 

 

Wie der Nordkurier nun aber berichtet, trinken CDU- und NPD-Vertreter in den Pausen der Stadtvertretersitzungen in Anklam schon seit Jahren zusammen Kaffee:

Die CDU-Fraktion habe schon immer am größten Tisch des Lokals gesessen. Irgendwann habe dann Michael Andrejewski (NPD) gefragt, ob er sich auch an den Tisch setzen dürfe. »Was wollen sie da machen, wenn in einer öffentlichen Gaststätte diese Frage gestellt wird?«

 

Wir haben da eine revolutionäre Idee: »Nein« sagen!

 

 

Das Foto ist von herr.g und zeigt den Grundstoff eines beliebten Heißgetränks, das sich über Afrika, Arabien und das Osmanische Reich bis nach Europa ausgebreitet hat. Das Foto steht unter der Lizenz CC BY-ND 2.0.

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Stolpersteine in Greifswald, Sitzblockaden in Wolgast – öffentlicher Raum muss verteidigt werden

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Piraten verteilen an ihrer Mahnwache Stadtpläne, Informationen und heißen Tee
andere Piraten sind an den Blockaden beteiligt

Nazis marschieren in Wolgast und halten eine Kundgebung mit ihren stattsam bekannten volksverhetzenden Parolen ab. Das ist die eine Seite der Nachrichten vom Wochenende.
Die wichtige Ergänzung dazu lautet: ein breites Bündnis von Kirchengruppen, Parteien und nicht organisierten Antifaschisten stellt sich diesem Hassmarsch entgegen. Die Protestformen waren so vielfältig wie die Menschen, die daran teilnahmen.

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