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Ergeb­nis der Prü­fung der Hoch­schu­len durch den Lan­des­rech­nungs­hof ist Absage an die Zukunft Mecklenburg-Vorpommerns

In der Ostsee-Zeitung vom 12. Novem­ber 2014 wird auf Seite 1 eine Stu­die des Dres­de­ner ifo-Instituts im Auf­trag des Lan­des­rech­nungs­ho­fes wie­der­ge­ge­ben, aus der her­vor­ge­hen soll, dass die Hoch­schu­len in unse­rem Bun­des­land inef­fi­zi­ent sind.

Es ist schon zu bean­stan­den, dass besag­tes Gut­ach­ten »streng geheim« ist. Hoch­schu­len sind öffent­li­che Ein­rich­tun­gen. Zwar unter­lie­gen sie selbst­ver­ständ­lich auch einem Wett­be­werb, aber gerade weil sie öffent­lich finan­ziert wer­den, darf das Gut­ach­ten nicht unter Ver­schluss bleiben.

Milos Rodatos»Die Argu­men­ta­ti­ons­kette aus den mir bis­her bekann­ten Bestand­tei­len des Gut­ach­ten erscheint frag­wür­dig. Es wird bei­spiels­weise dar­auf ver­wie­sen, dass sich die Uni­ver­si­tä­ten zu viele Medi­zin­stu­die­rende leis­ten, deren Aus­bil­dung teu­rer ist als bei­spiels­weise die eines Juris­ten. Das ist aber extrem kurz­sich­tig, denn Hoch­schu­len müs­sen Schwer­punkte bil­den. Die Ent­schei­dung, Medi­zin in Greifs­wald und in Ros­tock beson­ders zu berück­sich­ti­gen, war eine stra­te­gi­sche Ent­schei­dung des Lan­des. Tat­säch­lich ist es doch auch nicht falsch, über­pro­por­tio­nal viele Medi­zi­ner aus­zu­bil­den - als Bun­des­re­pu­blik steu­ern wir auf einen erheb­li­chen Ärz­te­man­gel zu. Gerade die Aus­bil­dung in bei­den Lan­des­tei­len garan­tiert die Mög­lich­keit, dass nach der Aus­bil­dung junge Ärz­tin­nen und Ärzte auch in struk­tur­schwa­chen Regio­nen ver­blei­ben, weil sie dort bereits ihr Stu­dium absol­viert haben«, führt Milos Roda­tos, stu­den­ti­sches Senats­mit­glied der Uni­ver­si­tät Greifs­wald, aus.

Die mög­li­chen Fol­gen des Gut­ach­tens betref­fend ergänzt er: »Wenn die Kon­se­quenz aus dem Gut­ach­ten des Lan­des­rech­nungs­ho­fes sein soll, dass Stel­len abge­baut und Stu­di­en­gänge gestri­chen wer­den, sägt man an der Insti­tu­tion Hoch­schule ins­ge­samt, denn dann sin­ken auch die Stu­die­ren­den­zah­len, was zu einer Abwärts­spi­rale füh­ren kann. Gerade die Hoch­schu­len brin­gen aber durch die Stu­die­ren­den junge Men­schen ins Land und wir­ken so dem demo­gra­phi­schen Wan­del entgegen.Wenn die Hoch­schu­len nicht nur mit einem Rück­gang der Stu­di­en­an­fän­ger auf Grund der Demo­gra­fie (Gebur­ten­rück­gang zwi­schen 1997 und 2002 um 13%) kämp­fen müs­sen, son­dern außer­dem noch mit Strei­chun­gen kon­fron­tiert sind, führt dies die Ziele aus dem Hoch­schul­pakt ad absur­dum. Die Fort­schrei­bung des Hoch­schul­pak­tes bis 2020 sieht vor, dass die Uni­ver­si­tä­ten für jeden zusätz­li­chen Stu­di­en­an­fän­ger mit Gel­dern belohnt wer­den. Die­ses Ziel kann nicht durch eine Zusam­men­strei­chung der Uni­ver­si­tä­ten erreicht wer­den. Die Lan­des­re­gie­rung muss jetzt han­deln und die durch den Bund zur Ver­fü­gung gestell­ten Mil­lio­nen aus der Über­nahme der BaföG-Finanzierung in die Grund­fi­nan­zie­rung der Hoch­schu­len weitergeben.«

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Die Kanz­le­rin kommt - die Bil­dung geht? Pro­teste am 3. November

Am 3. Novem­ber besucht die Bun­des­tags­ab­ge­ord­nete unse­res Wahl­krei­ses die Universitäts- und Han­se­stadt Greifs­wald. Dr. Angela Mer­kel möchte sich an der Uni­ver­si­tät Greifs­wald davon über­zeu­gen, dass das Bil­dungs­we­sen in Deutsch­land her­vor­ra­gend dasteht [1].

PIRATEN_HGW_Buergerschaft2014_Broschüre_01Wie auch beim letz­ten Besuch wird von Greifs­wal­der Stu­die­ren­den dar­auf hin­ge­wie­sen, dass an der Uni­ver­si­tät das Geld zur Neige geht und Stel­len­strei­chun­gen unmit­tel­bar bevor­ste­hen [2].
Wenn der Bund und das Land der Uni­ver­si­tät wei­tere finan­zi­elle Unter­stüt­zung ver­sa­gen, steht der Uni­ver­si­tät bereits in den nächs­ten zwei Jah­ren ein Defi­zit von bis zu 7 Mil­lio­nen Euro ins Haus [3]. Stel­len­strei­chun­gen wären dann unum­gäng­lich. Die Uni­ver­si­tät hat in der Ver­gan­gen­heit bereits Abstri­che bei ande­ren Haus­halts­pos­ten machen müs­sen, um Stel­len­strei­chun­gen aus eige­ner Kraft abzu­wen­den [4]. Auf Dauer lei­det so aber auch die Infra­struk­tur der Hoch­schule, wes­halb eine Wie­der­ho­lung sol­cher Umschich­tun­gen unwahr­schein­lich ist.

Auf Dauer ist der Sta­tus der Voll­uni­ver­si­tät in Greifs­wald gefähr­det. Die Pira­ten­par­tei Vorpommern-Greifswald hat bereits in ihrem Kom­mu­nal­pro­gramm gefor­dert, dass Greifs­wald Uni­stadt blei­ben muss – mög­lich ist dies nur, wenn es nicht zu mas­si­ven Stel­len­strei­chun­gen kommt, denn es ist zu befürch­ten, dass dann auch Lehr­stühle oder ganze Insti­tute schlie­ßen müs­sen. Geschieht dies, ver­tei­len sich Stu­die­rende natür­lich auf andere Uni­ver­sti­tä­ten und es kommt zu einer Abwärts­spi­rale am Bil­dungs­stand­ort Greifswald.

Alle Stu­de­ren­den und Ein­woh­ne­rIn­nen Greifs­walds sind dazu auf­ge­ru­fen, sich an dem Pro­test zu beteiligen.

Wann? 3. Novem­ber, 11.30 Uhr
Wo? Bahn­hofs­vor­platz

[1] http://webmoritz.de/2013/09/21/wieder-erfolglos-merkel-will-vom-bildungsprotest-nichts-wissen/
[2] http://webmoritz.de/2014/10/24/generalprobe-zum-3-november-gelingt/
[3] http://webmoritz.de/2013/10/22/asta-plant-mit-500-bis-1-000-teilnehmern-fuer-schwerin-demo/
[4] http://webmoritz.de/2013/12/19/uni-gibt-letztes-hemd/
[5] http://wiki.piratenpartei.de/MV:Kreisverband_Vorpommern-Greifswald/Kommunalprogramm-HGW#Bildung

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Greifs­wald am Scheideweg

In einer Dis­kus­si­on­runde unter stu­den­ti­schen Bür­ger­schafts­kan­di­da­ten am 5. Mai wurde unter ande­rem das Pro­blem der Greifs­wal­der Mie­ten thematisiert.

Die Greifs­wal­der Pira­ten set­zen sich in ihrem Wahl­pro­gramm zur Bür­ger­schafts­wahl dafür ein, dass die Stadt Grund­stü­cke an das Stu­den­ten­werk ver­gibt und die WVG als kom­mu­na­les Unter­neh­men so steu­ert, dass die Miet­preise nicht wei­ter steigen.

Kon­ser­va­tive Kreise hin­ge­gen waren in Form von Ivo Seid­ler (CDU) dage­gen der Mei­nung, „ dass sich der Woh­nungs­markt durch die sin­kende Anzahl von Stu­den­ten in den nächs­ten Jah­ren ent­span­nen wird.“ (OZ, 7. Mai 2014, Seite 9) – und damit hat er ver­mut­lich recht.

Greifs­wald steht am Schei­de­weg. Es gibt zwei Sze­na­rien, wie sich die Stadt in den kom­men­den Jah­ren ent­wi­ckeln wird.

Piratenplakat Jörg Neubert Die verdammten Mieten sind zu hochSze­na­rio A: Stu­den­ten blei­ben weg. Von 2008 bis 2025 wird die Anzahl der­je­ni­gen jun­gen Men­schen, die in einem Jahr voll­jäh­rig wer­den, um 25% sin­ken – das ergibt sich auto­ma­tisch aus den Gebur­ten­ra­ten. Wenn dies auch einen Rück­gang der Stu­die­ren­den um 25% bedeu­tet, dürfte Greif­wald bald deut­lich weni­ger als 10.000 Stu­die­rende haben. Natür­lich wird dadurch der Woh­nungs­markt ent­las­tet und die Mie­ten soll­ten sin­ken. Wenn aber 3.000 Stu­die­rende weg­fal­len, feh­len sie auch den Geschäf­ten als Kun­den. Sie gehen nicht mehr aus­wärts essen und wer­den auch weni­ger Ver­an­stal­tun­gen orga­ni­sie­ren, durch­füh­ren und unter­stüt­zen, denn es gibt weni­ger Publi­kum. Blei­ben Stu­die­rende weg, könnte auch die Uni zum Rea­gie­ren gezwun­gen wer­den. Wenn Stu­di­en­gänge geschlos­sen wer­den, Fächer­kom­bi­na­tio­nen weg­fal­len und das Lehr­an­ge­bot ver­rin­gert wird, ver­liert die Uni an Attrak­ti­vi­tät. Folg­lich könn­ten noch mehr Stu­die­rende Greifs­wald fern­blei­ben. Es droht eine Abwärtsspirale.

Sze­na­rio B: Alter­na­tiv könnte die Stadt aber auch um Stu­die­rende kämp­fen. Sie könnte für sin­kende oder zumin­dest sta­bile Mie­ten sor­gen. Sie könnte jetzt Hand in Hand mit der Uni arbei­ten und ein viel­fäl­ti­ges kul­tu­rel­les Leben erhal­ten. Wir müs­sen für junge Men­schen attrak­tiv blei­ben – also müs­sen wir auch Poli­tik machen, die ihnen nützt. Womög­lich könn­ten wir so den Abwärts­trend bei den Stu­di­en­an­fän­gern kom­pen­sie­ren. Das würde letzt­lich allen hel­fen, denn kaum ein Gewer­be­trei­ben­der ist nicht auch auf seine stu­den­ti­schen Kun­den angewiesen.

Als Pira­ten wol­len wir uns lie­ber für das zweite Sze­na­rio stark machen. Nur als leben­dige Stadt mit einer Voll­uni­ver­si­tät hat Greifs­wald lang­fris­tig die Chance, sich als Zen­trum am Bod­den zu etablieren.

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Kunst in Greifs­wald vor dem Ende? Peti­tion gestartet!

Proteststicker Eine Zukunft für Cas­pars Kinder!

Der Kunst­aus­bil­dung an der Uni­ver­si­tät Greifs­wald droht ein gro­ßer Ein­schnitt. Seit eini­ger Zeit ist bekannt, dass am renom­mier­ten Caspar-David-Friedrich-Institut (CDFI) zum Ende des Win­ter­se­mes­ters 2013/14 eine der bis­her drei Pro­fes­su­ren weg­fal­len soll. Dage­gen rich­tet sich eine gemein­sam von Mit­glie­dern der AG Pro­test (unter ande­rem Ver­tre­tern des FSR Kunst, des ASTA, des Senat und der Hoch­schul­pi­ra­ten) gestar­tete Peti­tion [1] der Greifs­wal­der Kunst­stu­die­ren­den an den Land­tag von Mecklenburg-Vorpommern.

Prof. Ulrich Puritz, bis­he­ri­ger Inha­ber des Lehr­stuhls für Theo­rie und Pra­xis der Bil­den­den Kunst, geht im März in den Ruhe­stand. Das Ver­fah­ren zur Neu­be­set­zung des Lehr­stuhls befin­det sich in einem fort­ge­schrit­te­nen Sta­dium, eine Liste mit Kan­di­da­ten zur Nach­folge liegt vor. Die chro­nisch unter­fi­nan­zierte Uni­ver­si­tät nutzt jedoch die »Gunst der Stunde«, um den Lehr­stuhl nicht neu zu beset­zen. Der Wider­stand soll dabei ver­meint­lich gerin­ger sein als bei dem Weg­fall eines Lehr­stuhls mit akti­vem Inha­ber oder bei Kür­zun­gen eines Insti­tuts mit mehr Mitgliedern.

Da der Mit­tel­bau des CDFI nicht annä­hernd aus­rei­chend aus­ge­baut ist, um den Weg­fall der Pro­fes­sur zu kom­pen­sie­ren, fürch­ten die Stu­die­ren­den bei dem Auf­tei­len der Stu­di­en­in­halte auf die ver­blei­ben­den zwei Pro­fes­su­ren einen ekla­tan­ten Qua­li­täts­ver­lust des Stu­di­ums. Schon jetzt arbei­ten die Mit­ar­bei­ter auf Kante.

Es ist anzu­neh­men, dass ver­mut­lich auch ein wei­te­rer Pro­fes­sor in den kom­men­den Jah­ren in den Ruhe­stand gehen wird, daher ist abseh­bar, dass die Zukunft des Insti­tuts vor dem Aus steht. Um das CDFI vor dem dro­hen­den Tod zu ret­ten, for­dern die Stu­die­ren­den den Erhalt der Pro­fes­sur. Die Hoch­schul­gruppe der Pira­ten schließt sich dem unein­ge­schränkt an und wird den Wider­stand tat­kräf­tig unter­stüt­zen.
Schon vor dem Start der Peti­tion gab es einige krea­tive Aktio­nen: eine Blutspenden-Aktion - »Wir blu­ten für unser Insti­tut!«, eine Pro­test­werk­schau - »ARTen­Schutz - Ret­tet unsere Art!« und das Ver­tei­len von Blin­den­bin­den - »Wir sind blind, weil man uns die Bil­dung nimmt!«.

Auch in den kom­men­den zwei Mona­ten bis zur Ent­schei­dung der Frage nach der Wei­ter­füh­rung der Pro­fes­sur wird es wei­tere Aktio­nen geben: Heute wird auf dem Fisch­markt ab 13 Uhr ein lee­rer Stuhl ste­hen - unter dem Motto »Lehr­stühle statt leere Stühle!« wird für Auf­klä­rung gesorgt. Ein Hap­pe­ning ist am 5. März auf dem Markt­platz zwi­schen 9 und 13 Uhr geplant. Zudem wer­den bekannte Künst­le­rin­nen und Künst­ler gesucht, die das Anlie­gen unterstützen.

Die Peti­tion läuft noch fast 2 Monate. Des­halb: unter­schreibe auch Du und teile die Peti­tion mit dei­nen Bekann­ten, Ver­wand­ten und Freun­den; besu­che die Aktio­nen und werde Teil des krea­ti­ven Wider­stands! Auf dass Kunst und Kul­tur in Greifs­wald nicht aussterben!

Falls auch Du eine Idee hast, das Vor­ha­ben zu unter­stüt­zen, melde Dich: fsr-kunst@uni-greifswald.de - der FSR Kunst freut sich über jede Anregung!

[1] https://www.openpetition.de/petition/online/eine-zukunft-fuer-caspars-kinder

 

 

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Räume ohne Men­schen - #UNIretten

Am 11. Dezem­ber ent­schei­det der Land­tag über den kom­men­den Haus­halt. Unter ande­rem ist auch die Uni­ver­si­tät Greifs­wald betrof­fen. Je nach­dem, wie der Land­tag den Haus­halt gestal­tet, könn­ten unmit­tel­bar 77 Mit­ar­bei­ter der Uni­ver­si­tät ent­las­sen werden.

21 Stel­len in der Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakul­tät,
5 in der Rechts- und Staats­wis­sen­schaft­li­chen Fakul­tät,
2 in der Theo­lo­gie,
16 in der Phi­lo­lo­gie und
33 in der Medizin

könn­ten bald gestri­chen werden.

In den ver­gan­ge­nen Tagen sollte jeder von ent­spre­chen­den Pro­test­ak­tio­nen, die vor­wie­gend vom AStA aus­ge­hen, etwas mit­be­kom­men haben. Auf einer Face­book­seite gibt es dem­ent­spre­chend auch eini­ges zu sehen.

Final soll nun heute um 16 Uhr ein Later­nen­um­zug statt­fin­den. Treff­punkt ist der Rubenowplatz.

Das Ori­gi­nal­foto der Laterne stammt von Tavis Ford. Den Ban­ner für den Later­nen­um­zug haben wir von der bereits ver­link­ten Face­book­seite geklaut.

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